Freitag, 17. Oktober 2008

Xi'an vom 10. - 13.10

So, jetzt folgt auch schon der Xi'an Bericht. Xi'an ist eine 3,26 Millionen Einwohner Stadt(also für chinesische Verhältnisse eine mittelgroße Stadt) und war der Anfangs-/Endpunkt der Seidenstraße und ist neben Shanghai, Peking, Guilin eine der vier Hauptattraktionen Chinas (jetzt reichts aber auch wieder;-)

Jedenfalls sind wir am Freitag mit einem nagelneuen Airbus A320 der China Eastern (hätte ich nicht unbedingt erwartet) dorthin geflogen und der erste Eindruck war einfach mal kalt. Erklärt sich wohl doch durch die knapp 1000 km nörderlichere Lage und ich war echt froh um meinen Pulli und meine Jacke. Um vom Flughafen wegzukommen ging dann wieder das Preisgeschachere mit den Taxis los und naja, wir waren uns mal wieder nicht recht einig. Der anfangs billigste Anbieter stellte sich nur als Vermittler und als nicht gerade ideale Lösung heraus. Er führte uns nämlich aus dem Flughafengelände auf die große Straße hinaus(Zufahrt zum Gelände kostet Geld) und da wartete dann eine Mini-Version von einem Corsa auf uns. Aber: Da haben wir dann schon gesagt, so nicht Junge, und sind wieder zurück und haben halt dann für insgesamt 13 Euro ein großes und geräumiges Taxi genommen(war für ca 40 km aber schon noch ok;-)


Am Samstag war unsere erste Mission die Erkundung der Stadtmauer und da das am besten per Rad geht (bei 14 km Länge) sind wir gleich zum nächsten Fahrradverleih. Boa, da gabs dann Tandems und normale Räder und dann ham wir doch gleich ein Tandem genommen!!! Überragend, zu zweit macht das Radfahren doch gleich viel mehr Spaß! Natürlich war auch noch genügend Zeit für Blödel-Fotos(siehe Fotoalbum).

Nicht schlecht war auch der Chinese am "Fitnessgerät" in einem Park. Die einzige Bewegung was der für Ewigkeiten machte, war an so einem kleinen Rad zu drehen(und uns winken natürlich) Nach den ersten Impressionen aus der Höhe gings dann in die Altstadt und ins Moslem-Viertel. Nachdem sich der Hans in der Schuhputzerreihe gleich mal seine Stiefel bürsten ließ erlebten wir ein kulinarisches Erlebnis mit hunderten verschiedenen Vor-/Haupt-/Nachspeisen in den engen Gassen von Xi'an und ich muss sagen, nicht alles, was im ersten Moment gut oder schlecht aussieht entpuppt sich dann letztendlich auch so.

Kleine Geschichte am Rande: Als ich mir so eine Art Döner kaufte, habe ich mit einem 10 Yuan Schein(ca. 1 Euro) bezahlt und anfangs verlief auch alles normal. Nachdem wir dann schon ca. 200 Meter weiter gegangen waren, kam die Verkäuferin angelaufen und fuchtelte ganz aufgeregt mit meinem 10 Yuan und brüllte irgendetwas auf Chinesisch, was natürlich keiner von uns verstand. Ca. 30 Chinesen drehten sich darauf zu uns her starrten uns an und als wir weiterhin ungläubig schauten und nicht wussten, wie uns geschah, erklärte uns ein Chinese auf Englisch, dass der Schein gefälscht sei! Naja, ich gab ihr dann halt einen anderen, für mich genau gleich aussehenden und sie war zufrieden und ist zurück. Ich finde es einfach unglaublich, dass die Chinesen schon 1-Euro Scheine fälschen! Du kannst hier wirklich nichts trauen und wenn sie dir sagen, irgendetwas sei Orginal, hu, dann ist größte Vorsicht angesagt bzw. man geht einfach davon aus, dass es nicht so ist!

Den restlichen Tag sind wir dann im Grunde nur noch herumgeschlendert und abends sind wir dann zum Essen. In Shanghai hat man i.d.R. eigentlich keine Probleme ein Restaurant mit bebilderter zweisprachiger Speisekarte zu finden aber in Xi'an schon;-) So sind wir einfach irgendwo rein und waren ganz glücklich einen Englisch sprechenden Chinesen zu finden, dem wir erklärten, er soll für uns einfach jeweils ein Pork/Beef/Chicken und Vegetables Gericht bestellen. Naja, er sagte zwar er habe es gemacht, aber so recht wohl doch nicht, weil wir dann doch ganz hilflos mit der 3 Wort englisch-sprechenden Bedienung im Speisesaal standen und durch Zufallsauswahl mit Deuten irgendwo auf die Speisekarte überraschen ließen. 2 Gerichte waren letzendlich gut, 2 schlecht, Schnitt passt also;-)

Die Fahrt zu den Terrakottakriegern am Sonntag war schon ein kleines Abenteuer. Zuerst fuhren wir mit einem Doppeldecker-Bus, der so niedrig war, dass man sich nicht mal gerade hinstellen konnte. War eben für die chinesische Durchschnittsgröße optimiert. Dann folgte ein MiniBus, der nicht nur von der Größe her Mini war sondern auch v.a. vom Abstand zu den Vordersitzen. Da konnte man einfach nicht gerade sitzen bei 1,80 Meter Größe. Resultat war halt dann, dass man die Beine zur Hälfte beim Nachbarn hatte. Nach 3/4 der Strecke sollten wir dann auf einmal irgendwo in einer Wohnsiedlung aussteigen bzw. umsteigen, sodass wir die letzten 5 km wieder mit einem anderen Bus zurücklegten. Einfach wär ja auch langweilig!


Zur Besichtigung der 3 Terrakottakriegergruben leisteten wir uns eine 5-Euro Führerin die ursprünglich 1,5 Stunden veranschlagte, aber da wir uns untertrieben gesagt nicht allzu sehr hetzen ließen, warens dann doch ein wenig mehr als 2 Stunden. V.a. die erste Grube mit ca. 6000 Kriegern war sehr beeindruckend, auch wenn noch nicht alles ausgegraben ist und man in wohl 10 Jahren noch mehr sehen kann. Ursprünglich wurden diese Krieger ja von einem Bauern in den 70 er Jahren entdeckt, der nach Wasser auf seinem Feld sucht. Unsere Führerin meinte dazu, dass er das Bronze von den Schwertern der Terrakotta-Krieger eigentlich verkaufen wollte und ihm das erst von einem Militärsoldaten verboten wurde und so ist er heute zwar berühmt, aber arm. Wobei er heute ist er immerhin ein Museumsdirektor und er war am Sonntag auch zum Signieren von gekauften Büchern anwesend. Und dieser Anblick war einfach göttlich wie dieser 70-80-jährige Chinese durch seine 1,5 Meter lange Pfeiffe sein Kraut rauchte.


Bei der Rückfahrt erfuhren wir dann wieder die große Wertschätzung von Chinesen für Europäer als sich 3 jungen Chinesinnen mit uns unbedingt unterhalten wollten und wir ihnen diesen Gefallen auch getan haben. Leider hatte sich die Kommunikation zumindest mit der neben mir sitzenden Chinesin ziemlich schnell erledigt, weil sie ungefähr so gut Englisch sprach wie ich Chinesisch;-) Abends sind wir dann nochmal zur angesagtesten Xi'aner Nudelfrau, die für ein komplettes Gericht inkl. Rührei 70 sec. braucht:-)) Und gut war es auch noch! Auf dem eigentlichen Heimweg gerieten wir dann noch ganz unverhofft in eine ziemlich wilde Party von ein paar Amis, Kanadiern... Wir haben uns dort total nüchtern unglaublich amüsiert, v.a. weil die alle dermaßen einen sitzen hatten und wenn die Amis mal feiern, dann aber wirklich richtig!

Der Montag war dann ganz entspannt(auch erstmalig warm, sodass T-Shirt möglich war) und eigentlich wollten wir ja die große Moschee noch besuchen, aber da wir die leider nicht gefunden haben (ehrlich gesagt haben wir jetzt auch nicht so exzessiv gesucht) sind wir einfach wieder mal ein paar Stunden durch die Straßen geschlendert und haben hier und da was zu essen probiert und das Ambiente genossen. Das kann man in Xi'an echt wochenlang machen. Abends gings dann wieder zurück in das deutlich wärmere Shanghai!

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Und wo ist das Foto mit den drei einheimischen Damen - ach so - DIE wollten ja ein Foto von Euch! ;-)
Heyy..super Bericht. Diese Terakottaarmee sieht am Foto schon beeindruckend aus. Kann mir vorstellen, dass die einen zum Staunen bringen koennen.
Hab' mich bei der Geschichte um Deine 1-Euro-Schein-Bluete sehr amuesiert. Zum piepen!

Freu' mich schon auf Deinen Bericht vom Formel 1 Rennen. Haette ich's ehr gewusst, dann haette ich mich fuer's WE ins Penthouse einquartiert.
Damn it!

Liebe Gruesse und ganz viel Spass noch! Bis demnaechst mal!

Anja