Mittwoch, 24. September 2008

Fake-Market

Heute, ich glaub, es war der 11. September, oh mir fällt grad auf, das ist ja ein berühmt gewordener Tag, war ich am Fake-Market. Das ist einfach ein Markt bzw. eine Aneinanderreihung von Shops(die meist nur um die 20 qm groß sind), die ganz einfach nachgemachte Marken bzw. Fakes verkaufen. Hier kann man z.B. Schuhe, Polos, Fußballtrikots, natürlich DVDs.. kaufen. Das Lustige daran aber ist meiner Meinung nach nicht das Kaufen selbst, sondern das Verhandeln. Aber von vorne: Als Westler fällt man auch in Shanghai(die Stadt, in der das ganze sicher noch am gemäßigsten ist) ja immer auf und wenn man auch nur in die Nähe eines solchen Fake-Markets(Nähe heisst in diesem Fall ungefähr 500 m) kommt, stehen schon Händler da, die dich unbedingt in ihren Laden bringen bzw. locken wollen. Standardsatz lautet da immer ungefähr so: Hey my friend, I make you good price oder Cheap price oder so ähnlich. Aber mein Ziel war ja heute sowieso dahinzugehen, aber das heisst noch nicht, dass ich deswegen mit diesen Lockvogeln mitgegangen bin sondern vielmehr, dass ich da einfach mal in diesen Gang reingegangen bin. So, dann hab ich halt ein wenig rumgeschaut und als erstes so Fußballtrikots endeckt. Also bin ich in den Shop rein und sofort waren 2 Verkäufer da. Jetzt hat man natürlich ein wenig das Problem, dass man drin ist und ein Verkäufer bleibt stets in Türnähe stehen, sodass man nicht so einfach herauskommt und der zweite schwafelt einen zu, wie z.B. mit: "Which team do you like"... Ich hab halt dann irgendwas gesagt und die haben mir es entweder dann gegeben, stets mit der Versicherung "good quality"(wobei wenn man das immer glaubt, ist alles hier in china "good quality) oder wenn sie es nicht hier hatten, ist ein Verkäufer aus dem Laden verschwunden, nachdem der Versicherung sie hätten es natürlich und "Wait a minute". Man muss wissen, dass chinesische Verkäufer prinzipiell immer alles haben;-) Der Punkt ist einfach, dass sie in einen anderen Shop laufen und es dort holen(Das ist alles dort eine große Familie; das geht sogar soweit, dass es manchmal noch weitere Personen gibt, naja, Laufburschen halt, die nachdem man einen Shop verlassen hat, ohne etwas zu kaufen, einem hinterherrennen und dies auch den anderen Shops, zu denen man evtl. als nächstes geht, mitteilen:-) Ja genau, jedenfalls hatte ich dann halt das richtige Trikot und dann ging das Verhandeln los. Das begann damit, dass ich nach dem Price gefragt hab und der Verkäufer einen Taschenrechner hervorgekramt und dort dann einen utopischen Preis hineingetippt hat. Ich hab natürlich bestürzt reagiert(Verhandeln halt), worauf er mir den Taschenrechner gegeben hat, um meinen, wie sie immer schön sagen, "Last Price" einzutippen. (man sollte jetzt ungefähr einen Referenzpreis haben, wie weit es runtergehen wird und was des Verkäufers Schmerzgrenze(man lernt das mit der Zeit einzuschätzen) ist und einen Preis noch unterhalb dessen eintippen) So, dann gings halt ein wenig hin und her und irgendwann hab ich dann No gesagt(weil der Preis einfach noch zu teuer war) und bin aus dem Laden gegangen. Da mir jetzt der Verkäufer hinterhergerannt ist und durch den ganzen Markt einen niedrigeren Preis geschrien hat, wusste ich, dass dies dann so ziemlich seine Schmerzgrenze ist und sein Preis zuvor noch viel zu hoch war. Wenn man jetzt den neuen Preis will, dann geht man einfach nochmal zurück, zahlt das, und gut ist es. Was ich hier übrigens genauso gemacht hab. Der Punkt ist einfach, dass wir Westler sind und man als Westler sowieso so ziemlich immer(außer wenn es Speisekarten, Preisanschriften o.ä. gibt) einen höheren Preis zahlt weil man ja für ziemlich vermögend, aufgrund seiner Herkunft, was ja im Vergleich zu einem Durchschnittschinesen auch stimmt, gehalten wird, und die Chinesen es auch irgendwie im Blut haben(siehe Metro: keine Rücksicht) einen über den Tisch zu ziehen.

So, meine letztliche Ausbeute des heutigen Tages seht ihr hier.



Der Preis für all dies war übrigens 110 Yuan, was ca. 11 Euro entspricht:-) Ich glaub, ich hab gut verhandelt, zumindest für einen Deutschen:-))

Lustiger Metroalltag

Heute will ich euch mal vor Augen führen, wie das Metrofahren in Shanghai so ist. Naja, zugegeben, es ist nicht immer so schlimm, aber: wenn man in der Rush-Hour Metro fährt, und das ist ja immerhin 2 mal am Tag für 2-3 Stunden, dann ist es so schlimm. Es ist eine fürchterliche Angewohnheit der Chinesen, dass alle sobald die Türen aufgehen sofort in die Metro stürmen und niemand, auch wirklich niemand herausgelassen wird. Dass das vielleicht sinnvoller ist, weil dann mehr Leute hineinpassen, weil ja welche ausgestiegen sind, das verstehen die Chinesen scheinbar nicht:-) V.a. ist es ja in vorliegendem Fall eigentlich unabdingbar, weil sonst in diese vollgestopfte Metro ja sowieso keiner mehr reingeht, aber naja. Eine direkte Folge ist dann, dass auch in der Metro stets voll gedrängelt wird, weil die Leute, die an der nächsten Station rauswollen, drängeln sich halt schon ab der letzten Station zur Tür durch, weil sie evtl. sonst nicht mehr rauskommen. Das machen sie jedoch auch an Stationen wie dem People's Square, an dem sowieso 3/4 der Fahrgäste aussteigen, aber naja, die Chinesen schauen halt nur auf sich. Das alles ist halt ein gutes Beispiel für die Rücksichtslosigkeit der Chinesen, die sich nicht nur am Eingang zur Metro widerspiegelt, sondern auch an jeder Rolltreppe, jeder Art von Eingang usw. Auch wenn da keiner aus der anderen Richtung kommt, bleibt ja immer noch die Menge, die auf die Rolltreppe will und da wird wirklich um jeden cm gekämpft. Aber mei, ich denk mir dann immer: Größer wie ich ist ja sowieso fast keiner und so gewöhnt man sich daran und macht mit der Zeit genauso mit:-) Lustig wirds dann wieder in Deutschland, wenn ich da dann das gleiche Verhalten an den Tag lege, dann glaub ich, könnte mich schon mal ne Rechte oder Linke oder mindestens ein blöder Spruch treffen:-)) Aber überzeugt euch selber, das Metrovideo spricht für sich.

Einfach in der linken Spalte unter Videos das Metrovideo auswählen.

(bitte auf den Schluss des Videos achten: Der Metrowärter mit den weißen Handschuhen muss die Tür zuschieben, weil sonst ginge die nicht zu)

Aber irgendwie ist das Verhalten halt auch logisch, weil sonst kommt man ja in einer Stadt wie Shanghai mit 15-20 Millionen Menschen nie weiter und bei so vielen Chinesen und Menschen auf einem Fleck muss man sich halt auch durchboxen. So far..

Auch lini bloggt jetzt!

Schön, dass ihr auf meinem Blog vorbeischaut. Es hat zwar lange gedauert, bis ich mich durchgerungen habe, damit anzufangen, aber es hat ja jetzt doch noch geklappt;-)
Also viel Spaß mit dem Blog.