Mittwoch, 29. Oktober 2008

Lange nix geschrieben

Jetzt hab ich wirklich schon lange nix mehr geschrieben, wobei, so viel ist eigentlich nicht passiert, obwohl, so wenig war es auch nicht;-)
Ehrlich gesagt hab ich die meiste Zeit wirklich gelernt und das könnt ihr mir auch wirklich glauben. Nächste Woche haben wir nämlich Mid-Term Exam und dafür ist es ganz gut, wenn man ein paar chinesische Zeichen lesen kann, weil sonst fühlt man sich so als Analphabet und das ist echt nicht so cool:-(

Freitag waren wir aber dann doch mal weg und zwar beim Inder. Das war wieder mal so ein All U can eat Angebot und dafür bekam man nicht nur Essen und Trinken sondern auch noch eine überragende Tanzeinlage eines Inders, bei der man aufpassen musste, dass man nicht selbst auf die Bühne gezogen wird;-) (siehe Video beim Inder)

Samstags trafen wir uns in unserer Sportsbar, die irgendwie von Woche zu Woche voller wird, um Bayern zu kucken (-> halb 4 deutsche Zeit ist überragend;-) und eine Runde zu zocken. (yeah, 4:2 nach 0:2, da freu ich mich sogar im fernen China) Wobei dazu noch zu sagen ist, dass im chinesischen Fernsehen pro Spieltag eine Bundesliga-Party live im Free-TV übertragen wird, das sollte man mal in Deutschland einführen, dessen Liga es ja ist. Anschließend gings dann noch auf ne Runde ins Sky und ins Muse, die Muses sind einfach die besten Clubs der Stadt! Könnte man die nicht nach Deutschland exportieren, so im Austausch gegen ein Urheberrecht oder so:-)

Sonntag stand dann das Spitzenspiel der chinesischen ersten Fußball Liga "Shanghai Shenhua" - "Guangzhou Pharmaceutical" an. Sich so zu nennen geht glaub ich auch nur in China, in Europa würden jede Woche die Kontrolleure vor der Türe stehen und nach unerlaubten Mittelchen suchen. Karten hatten wir noch nicht, aber mei, wir dachten halt, die kann man leicht an einer offiziellen Vorverkaufsstelle vorm Stadion kaufen und wenn das Stadion nur zu 20% ausgelastet ist, kann man das als Europäer eigentlich doch auch meinen, oder? Aber nein, wir sind in China und prinzipiell ist nichts so einfach, wie man es sich vorstellt!

Nachdem ich für ein Konzert ja schon mal auf Kartenfälscher reingefallen war, wollten wir dieses Mal nicht schon wieder dem Schwarzmarkt leicht verdientes Geld bescheren. Nach einer erfolglosen Irrerei ums Stadion hat uns jedenfalls ein englischsprechender Ordner am Stadioneingang implizit zu verstehen gegeben, dass man am Spieltag selbst Karten nur noch am Schwarzmarkt bekommt! Wird so etwa der Schwarzmarkt eingedämmt? Auf die Frage wie man orginale Tickets erkennt, meinte er nur, die etwas teureren sind wohl eher echt. Toller Tipp!
Es ist mit dem bloßen Auge halt unmöglich, Fake und Orginal zu unterscheiden, das kann man nur mit dem Lesegerät elektronisch erkannen! Super Ausgangslage! Trotzdem machten wir uns zu den Karten dealenden Jungs auf und haben dem erstbesten einfach gesagt(bzw. vielmehr gedeutet), er soll mit uns zum Eingang kommen. Das hat ihn zwar nicht so erfreut und auf dem Weg dorthin hat er immer wieder rumgemault, aber so was überhört man;-) Auf dem Weg tauschte er dann hinter seinem Rücken die Tickets gegen andere aus! (siehe: welche hätten wir bekommen, ohne ihn mitzunehmen) Als die Ordner am Eingang uns dann zeigten, wir dürften mit den Tickets rein, hat er auch seine 4 Euro pro Karte bekommen:-)

Das Stadion ist nicht nur von außen eine Augenweide, auch von innen sehr anschaulich. Nach dem "Einigkeit und Recht und Freiheit"

naja, nicht ganz, war wohl doch eher die chinesische Nationalhymne gings auch schon los mit einem mehr als unterhaltsamen Spiel. Zum Glück sind hier die Abwehrreihen nicht gerade die Besten und so wurde einem Torhüter schon mal der Ball von einem hinter dem Tor anstürmenden Stürmer geklaut, der ihn dann aber glorreich 10 m über das Tor drosch. Es fehlte auch nicht, dass ein anderer Angreifer den zum Freistoß ruhenden Ball dem Torhüter klaute und einfach ins Tor schoss. Gelb und Riesengelächter im Stadion. Alles in allem ging der mehr als unterhaltsame Kick 3:2 aus und Shanghai ist somit Tabellenführer! Jetzt hoffen wir mal, dass wir im Dezember die Salatschüssel in Shanghai feiern dürfen.

Dienstag gibts dann unseren Besuch im Sichuan (Region im Süden Chinas) Restaurant zu erwähnen. Diese Küche ist wirklich ziemlich scharf, zumindest so spicy, dass der Jochen und Marco (erst 2 Tage in Shanghai) das Essen über ziemlich leiden mussten und jetzt etwas verschreckt von der chinesischen Küche sind;-) Anschließend ließen wir uns in die VUE Bar, zum GRAND HYATT Hotel gehörend, kutschieren. Diese befindet sich im 32. Stock des Hotels und liegt direkt am Bund und bietet eine überragende Aussicht auf das nächtliche Shanghai, aber seht selbst:

Zur überragenden Aussicht gibts noch Cocktails aus frisch ausgepressten Früchten, wie z.B. Mango oder Lime. Nein, im Lotto haben wir nicht gewonnen, aber Dienstags zur After-Work-Party sind die Cocktails schon für 40 kuài (gesprochene Version des RMB) zu haben.

Zu guter letzt bitt ich euch, mal ein paar Kommentare zu hinterlassen, weil mich doch ein wenig interessiert, ob meine Ausschweifungen jemand liest und jemanden interessieren;-)

Mittwoch, 22. Oktober 2008

Formel 1 am 19.10

Vor kurzem war ja großes F1-Wochenende und wenn man schon mal da ist, kann man sich das wohl ja nicht entgehen lassen. Karten hatten wir schon zu Hause, wie sich später herausgestellt hat, relativ teuer gekauft, und so stand dem Vergnügen nichts mehr im Wege. Die Strecke liegt in einem Vorort von Shanghai und deswegen sind wir mit einem Shuttle-Bus dorthin. Schon am Einstieg in der Stadt wurden uns pausenlos Gehörschützer und Ferrrari Kappen angeboten. So konnten wir schon ahnen was uns bzgl. der Lautstärke erwartete.

Nach rund 1 stündiger doch sehr holpriger Fahrt, an Lesen war im Traum nicht zu denken, erwartete uns an der Strecke das gleiche Bild. Und ehrlich gesagt hat es mich als Mercedes Fan schon leicht gestört, dass nur Ferrari Zeug verkauft wurde und wenn etwas von McLaren, dann Kappen vom Räikkönen, der mittlerweile auch schon Ewigkeiten für Ferrari fährt, argh... Aber egal, jedenfalls fand ich es im Anschluss eine Meisterleistung chinesischer Logistik, dass ein Umschlag mit meinem Namen und mit meinen Karten in diesem Kassenhäuschen zu finden war. (Wahnsinn, normal läuft man hier eine Woche rum, um zu finden, was man braucht)

Auf dem Weg zu unserem Block erlebten wir dann den Riesenhammer: Das Gelände zur Strecke ist ja selbstverständlich umzäunt und sollte auch abgesperrt sein. Naja, wenn sich Wärter unbeobachtet fühlen, sind sie aber hier leicht dazu zu bringen, das Schloss eines Tors doch mal aufzumachen und ein paar Dutzend Menschen einfach so ohne Karte hineinzulassen. Hm, wie man diese eigentlichen Aufpasser dazu bringen kann, kann sich glaub ich jeder selbst denken, v.a. wenn diese mit dem Rücken zum Tor stehen und ihre Hände sehr empfänglich für dies und jenes nach draußen halten. So ist der Eintritt natürlich verschwindend gering, v.a. weil ja 90% eh nur Mitläufer sind und ohne alles reinkommen und mein Eintritt sehr teuer:-((

Ein weiterer Aspekt sind diese sehr mobilen Fleischspieß- und Getränkestände. Bei Großveranstaltungen verdient ja der Veranstalter idR sehr gut damit, Getränke und Speisen teuer im Gelände zu verkaufen. Theoretisch ist dies auch hier so. (relativ zum allgemeinen Preisniveau hier gesehen) Praktisch kommen dann aber an den Zaun des Geländes viele Spießverkäufer und Getränkeverkäufer und bieten ihre Waren den Gästen im Gelände für einen Bruchteil an (dass man natürlich Handeln muss versteht sich ja von selbst) Eigentlich dürften diese Händler natürlich nicht da sein, aber an manchen Zaunabschnitten und zu manchen Zeiten sind sie da und an manchen nicht??? Was könnte des Rätsels Lösung sein?

So, zum eigentlichen Grund für den Besuch und vorneweg: Das Rennen war stinklangweilig, in unserer Kurve ist einmal einer überrundet worden, sonst ist gar nichts, aber auch wirklich nix passiert, außer dass 20 Autos 56 Mal angebremst und wieder beschleunigt haben. Trotzdem ist es echt beeindruckend zu sehen, wie schnell die Wagen noch kurz vor der Kurve fahren und dann bremsen, die Fliehkräfte im Auto müssen echt unglaublich sein. Außerdem ist es wahnsinn, wie laut das Ganze ist. Wenn sich ein Auto im Umkreis von 700 m befindet, ist Kommunikation wirklich unmöglich. Das ganze Rennen ohne Ohrenschützer durchzuhalten genauso, also die Laustärke in einer Disco ist echt ein Dreck dagegen. Sonst hat halt Hamilton mehr als souverän gewonnen und Ferrari, wie zu erwarten war, die Stallorder ausgesprochen.

Nach dem Rennen wollten wir dann noch die Rennstrecke anschauen und mal schauen wie weit wir kommen, weil das Gerücht herumging, dass Mitstudenten sogar in die VIP-Zone vorgedrungen wären. Rennstrecke war kein Problem, aber weiter gings nicht mehr. Das war aber auch schon saulustig, weil ganze Legionen von Securities immer wieder versucht haben, die Leute von bestimmten Streckenabschnitten und von der Boxengasse usw. fernzuhalten und sich daraus im Grunde ein Katz-und-Maus Spiel entwickelt hat. Sie haben sich halt etwas diletantisch angestellt, als sie da mit ihrem Absperrband 70 Meter Streckenbreite absperren wollten, weil einfach jeder schnell darunter durch ist;-)

Insgesamt war echt das drumherum um einiges amüsanter, auch wenns mal ganz interessant war, so ein Rennen live zu sehen. Man sieht halt leider nur seine Kurve richtig gut, weil die aufgestellte Leinwand viel zu klein war und man das Streckenradio durch die Kopfhörer auch nur gehört hat, wenn grad mal kein Auto vorbeikam.

Besuch von Bäda und Judith vom 9.10 bis 14.10 bzw. 16.10

Am 9.10 hab ich zum ersten Mal Besuch aus meiner niederbayrischen Heimat bekommen und zwar vom Bäda. Der Bäda macht ja zusammen mit seiner Begleitung, der Judith aus der Nähe von Paderborn, eine Weltreise, die sie durch Asien, Australien, Nord-, Mittel- und Südamerika führt (wens näher interessiert: http://baedaundjudith.wobistdujetzt.com/ ) Ihre zweite Station nach Peking war jetzt eben Shanghai. Leider haben wir Organisationsmonster das so super geplant, dass ich von 5,5 Tagen, die er hier war, 3 Tage in Xi'an verbrachte. Donnerstags ist er wie gesagt angekommen und dann haben wir gleich mal die absoluten Highlights in Shanghai abgegrast. Freitags bis Montags war ich ja dann wie gesagt weg und da er am Dienstag schon wieder fahren musste, war das Vergnügen niederbayrisch zu reden von kurzer Dauer.

Aber da die Judith nicht wie der Bäda mit dem Zug sondern mit dem Flugzeug die Strecke nach Hongkong nahm, war sie noch bis Donnerstag sehr früh da. Mittwochs sind wir beide zum Jade Buddha Tempel hier in Shanghai. Den Eingang zu finden war gar nicht so leicht, d.h. wir wurden genau genommen einmal um den ganzen Komplex herumgeschickt und dann, ka, waren wir beim Buseingang und dann auf einmal doch drin, Kasse war da komischerweise keine, verstehe ich bis heute nicht;-) Leider durfte man von dem besten Buddha kein Photo machen. Der sieht zwar nicht ganz so wohlbeleibt wie die restlichen aus und er war grün, aber sonst unterscheidet er sich kaum von Ihnen. Außerdem haben wir noch diese beiden finsteren Zeitgenossen angetroffen und uns erstmal so richtig erschrocken;-)

Abends sind wir dann noch mit ein paar Leuten ins Bulldogs (da gibts Mittwochs 2 Stunden Freibier, weil sie wohl die Leute in die Bar locken wollen und hoffen, dass sie später auch noch was trinken, aber da haben sie sich bei uns geschnitten;-) und dann zum Mittwochs-Ritual ins M2, in dem der Einheizer einen europäischen, weissen Partner bekommen hat, der aber echt nix kann und da gar nicht hinpasst! Die Judith hatte dann das Glück, am selben Tag um 7:45 Uhr zu fliegen, sodass an schlafen nicht mehr zu denken war. Aber sie hats gut gemeistert und ist wohlbehalten in Hong Kong angekommen.

Freitag, 17. Oktober 2008

Xi'an vom 10. - 13.10

So, jetzt folgt auch schon der Xi'an Bericht. Xi'an ist eine 3,26 Millionen Einwohner Stadt(also für chinesische Verhältnisse eine mittelgroße Stadt) und war der Anfangs-/Endpunkt der Seidenstraße und ist neben Shanghai, Peking, Guilin eine der vier Hauptattraktionen Chinas (jetzt reichts aber auch wieder;-)

Jedenfalls sind wir am Freitag mit einem nagelneuen Airbus A320 der China Eastern (hätte ich nicht unbedingt erwartet) dorthin geflogen und der erste Eindruck war einfach mal kalt. Erklärt sich wohl doch durch die knapp 1000 km nörderlichere Lage und ich war echt froh um meinen Pulli und meine Jacke. Um vom Flughafen wegzukommen ging dann wieder das Preisgeschachere mit den Taxis los und naja, wir waren uns mal wieder nicht recht einig. Der anfangs billigste Anbieter stellte sich nur als Vermittler und als nicht gerade ideale Lösung heraus. Er führte uns nämlich aus dem Flughafengelände auf die große Straße hinaus(Zufahrt zum Gelände kostet Geld) und da wartete dann eine Mini-Version von einem Corsa auf uns. Aber: Da haben wir dann schon gesagt, so nicht Junge, und sind wieder zurück und haben halt dann für insgesamt 13 Euro ein großes und geräumiges Taxi genommen(war für ca 40 km aber schon noch ok;-)


Am Samstag war unsere erste Mission die Erkundung der Stadtmauer und da das am besten per Rad geht (bei 14 km Länge) sind wir gleich zum nächsten Fahrradverleih. Boa, da gabs dann Tandems und normale Räder und dann ham wir doch gleich ein Tandem genommen!!! Überragend, zu zweit macht das Radfahren doch gleich viel mehr Spaß! Natürlich war auch noch genügend Zeit für Blödel-Fotos(siehe Fotoalbum).

Nicht schlecht war auch der Chinese am "Fitnessgerät" in einem Park. Die einzige Bewegung was der für Ewigkeiten machte, war an so einem kleinen Rad zu drehen(und uns winken natürlich) Nach den ersten Impressionen aus der Höhe gings dann in die Altstadt und ins Moslem-Viertel. Nachdem sich der Hans in der Schuhputzerreihe gleich mal seine Stiefel bürsten ließ erlebten wir ein kulinarisches Erlebnis mit hunderten verschiedenen Vor-/Haupt-/Nachspeisen in den engen Gassen von Xi'an und ich muss sagen, nicht alles, was im ersten Moment gut oder schlecht aussieht entpuppt sich dann letztendlich auch so.

Kleine Geschichte am Rande: Als ich mir so eine Art Döner kaufte, habe ich mit einem 10 Yuan Schein(ca. 1 Euro) bezahlt und anfangs verlief auch alles normal. Nachdem wir dann schon ca. 200 Meter weiter gegangen waren, kam die Verkäuferin angelaufen und fuchtelte ganz aufgeregt mit meinem 10 Yuan und brüllte irgendetwas auf Chinesisch, was natürlich keiner von uns verstand. Ca. 30 Chinesen drehten sich darauf zu uns her starrten uns an und als wir weiterhin ungläubig schauten und nicht wussten, wie uns geschah, erklärte uns ein Chinese auf Englisch, dass der Schein gefälscht sei! Naja, ich gab ihr dann halt einen anderen, für mich genau gleich aussehenden und sie war zufrieden und ist zurück. Ich finde es einfach unglaublich, dass die Chinesen schon 1-Euro Scheine fälschen! Du kannst hier wirklich nichts trauen und wenn sie dir sagen, irgendetwas sei Orginal, hu, dann ist größte Vorsicht angesagt bzw. man geht einfach davon aus, dass es nicht so ist!

Den restlichen Tag sind wir dann im Grunde nur noch herumgeschlendert und abends sind wir dann zum Essen. In Shanghai hat man i.d.R. eigentlich keine Probleme ein Restaurant mit bebilderter zweisprachiger Speisekarte zu finden aber in Xi'an schon;-) So sind wir einfach irgendwo rein und waren ganz glücklich einen Englisch sprechenden Chinesen zu finden, dem wir erklärten, er soll für uns einfach jeweils ein Pork/Beef/Chicken und Vegetables Gericht bestellen. Naja, er sagte zwar er habe es gemacht, aber so recht wohl doch nicht, weil wir dann doch ganz hilflos mit der 3 Wort englisch-sprechenden Bedienung im Speisesaal standen und durch Zufallsauswahl mit Deuten irgendwo auf die Speisekarte überraschen ließen. 2 Gerichte waren letzendlich gut, 2 schlecht, Schnitt passt also;-)

Die Fahrt zu den Terrakottakriegern am Sonntag war schon ein kleines Abenteuer. Zuerst fuhren wir mit einem Doppeldecker-Bus, der so niedrig war, dass man sich nicht mal gerade hinstellen konnte. War eben für die chinesische Durchschnittsgröße optimiert. Dann folgte ein MiniBus, der nicht nur von der Größe her Mini war sondern auch v.a. vom Abstand zu den Vordersitzen. Da konnte man einfach nicht gerade sitzen bei 1,80 Meter Größe. Resultat war halt dann, dass man die Beine zur Hälfte beim Nachbarn hatte. Nach 3/4 der Strecke sollten wir dann auf einmal irgendwo in einer Wohnsiedlung aussteigen bzw. umsteigen, sodass wir die letzten 5 km wieder mit einem anderen Bus zurücklegten. Einfach wär ja auch langweilig!


Zur Besichtigung der 3 Terrakottakriegergruben leisteten wir uns eine 5-Euro Führerin die ursprünglich 1,5 Stunden veranschlagte, aber da wir uns untertrieben gesagt nicht allzu sehr hetzen ließen, warens dann doch ein wenig mehr als 2 Stunden. V.a. die erste Grube mit ca. 6000 Kriegern war sehr beeindruckend, auch wenn noch nicht alles ausgegraben ist und man in wohl 10 Jahren noch mehr sehen kann. Ursprünglich wurden diese Krieger ja von einem Bauern in den 70 er Jahren entdeckt, der nach Wasser auf seinem Feld sucht. Unsere Führerin meinte dazu, dass er das Bronze von den Schwertern der Terrakotta-Krieger eigentlich verkaufen wollte und ihm das erst von einem Militärsoldaten verboten wurde und so ist er heute zwar berühmt, aber arm. Wobei er heute ist er immerhin ein Museumsdirektor und er war am Sonntag auch zum Signieren von gekauften Büchern anwesend. Und dieser Anblick war einfach göttlich wie dieser 70-80-jährige Chinese durch seine 1,5 Meter lange Pfeiffe sein Kraut rauchte.


Bei der Rückfahrt erfuhren wir dann wieder die große Wertschätzung von Chinesen für Europäer als sich 3 jungen Chinesinnen mit uns unbedingt unterhalten wollten und wir ihnen diesen Gefallen auch getan haben. Leider hatte sich die Kommunikation zumindest mit der neben mir sitzenden Chinesin ziemlich schnell erledigt, weil sie ungefähr so gut Englisch sprach wie ich Chinesisch;-) Abends sind wir dann nochmal zur angesagtesten Xi'aner Nudelfrau, die für ein komplettes Gericht inkl. Rührei 70 sec. braucht:-)) Und gut war es auch noch! Auf dem eigentlichen Heimweg gerieten wir dann noch ganz unverhofft in eine ziemlich wilde Party von ein paar Amis, Kanadiern... Wir haben uns dort total nüchtern unglaublich amüsiert, v.a. weil die alle dermaßen einen sitzen hatten und wenn die Amis mal feiern, dann aber wirklich richtig!

Der Montag war dann ganz entspannt(auch erstmalig warm, sodass T-Shirt möglich war) und eigentlich wollten wir ja die große Moschee noch besuchen, aber da wir die leider nicht gefunden haben (ehrlich gesagt haben wir jetzt auch nicht so exzessiv gesucht) sind wir einfach wieder mal ein paar Stunden durch die Straßen geschlendert und haben hier und da was zu essen probiert und das Ambiente genossen. Das kann man in Xi'an echt wochenlang machen. Abends gings dann wieder zurück in das deutlich wärmere Shanghai!

Mittwoch, 15. Oktober 2008

Hangzhou und Feier zur deutschen Einheit

So, besser spät als nie kommen jetzt mal die Berichte zu Hangzhou und zur Einheitsfeier am 5.10 und 6.10. Dazu zählen auch die Fotoalben links und weiterhin gibts noch ein Fotoalbum zum YuYuan Garden, einer der Hauptattraktionen Shanghais, in dem ich schon vor einiger Zeit war.


Hangzhou

Am 5.10 stand ein Tagesausflug nach Hangzhou auf dem Programm. Hangzhou hat ca. 6 Millionen Einwohner und war im Altertum um einiges berühmter und teilweise sogar als Hauptstadt viel bedeutender. Die Hauptattraktion und eigentlich einzig wirkliche Attraktion ist der Westsee, der schon von Marco Polo als wunderbar beschrieben wurde.

Wir hatten uns ein erste Klasse Ticket (ja, da haben wir uns mal mit 5 Euro für 200 km was gegönnt ;-) besorgt und als wir mit dem Taxi am Bahnhof ankamen staunten wir nicht schlecht, weil man eher das Gefühl hatte an einem Flughafen gelandet zu sein. Nach einer Flughafen entsprechenden Personen- und Gepäckkontrolle gings erstmal in die First-Class Lounge bis unser Zug zum Check-In freigegeben wurde.(ca. 15 min vor Abfahrt) Vom oberstöckigen Wartebereich gings dann durch unser Bahnsteiggate zu unserem Gleis im unteren Stock, wo uns ein wirklich top-moderner Zug mit unglaublicher Beinfreiheit, ungefähr das doppelte als beim Flug von München-Shanghai, erwartete. Also gings mit bis zu 170 km/h Richtung Hangzhou.

Zuerst fanden wir hier eine super Toilette, die mitten auf den Gehsteig angebracht war. Da ist man durch niedrige Mauer nicht mal auf der naja, stilles Örtchen kann man das 2 m neben der Straße und bei fehlendem Dach nicht bezeichnen, Toilette allein. Am Westsee angekommen erblickten wir sofort eine versenkte Kuh, wer weiss was das wieder bedeuten soll, ich weiss es jedenfalls nicht:-)

Das absolute Hightlight war aber eindeutige die "traditionelle Pagode". Diese Pagode war wohl etwas zerstört und wie das in China so üblich ist, wurde sie nicht restauriert sondern einfach ganz weggerissen und neu hingebaut. Das führt sogar soweit, dass gleich eine Rolltreppe zur am Berg gelegenen Pagode angebracht wurde. Einfach sehr touristengerecht, so wie sich das gehört, halt total traditionell. Natürlich durfte auch der Aufzug in der Pagode selbst nicht fehlen, weil sonst müsste man ja mal ein paar Stufen zu Fuß gehen:-) Anschließend wollten wir ein paar Meter mit dem Bus zurücklegen, aber da der Busfahrer von uns partout kein Geld wollte, nicht mal, als wir es ihm hingehalten haben, war doch dieser Wegabschnitt sehr kostenlos.

Auf dem nächsten Platz war eine Gruppe von so ca. 20 Chinesen ganz glücklich, uns Europäer zu treffen. Diese Personen treffen sich jeden Sonntag zu so einer Art Englisch-Treff, was dann so aussieht, dass sie mit Ausländern Englisch sprechen um ihre Sprachkenntnisse zu verbessern. Am besten war eindeutig dieser 8-jährige Junge, der super Englisch sprach und jedes Wort verstand. Das ist einfach so unglaublich, weil kaum ein Chinese gut Englisch kann und von so einem Jungen, der dazu noch nicht mal aus allzu reichem Hause zu kommen schien, erwartet man es erst recht nicht. Ausklingen haben wir den Tag dann bei einem Koreaner lassen, bei dem wir dann natürlich auch noch ein wenig Chinesisch lernen mussten. Das hat so funktioniert, das jeder auf sein Papier-Tischdeckchen mit den Stäbchen Zeichen gemalt hat;-) Musterstudenten eben! Kein Tag ohne Chinesisch!


Einheitsfeier am 6.10

Zum "Tag der deutschen Einheit" hatte der Generalkonsul alle deutschen Landsleute aus Shanghai und Umgebung ins Radisson Plaza Hotel eingeladen. Da durften wir Studenten natürlich auch nicht fehlen. Kleines Problem war aber erst, dass der Dresscode auf "Dunkler Anzug" festgelegt war. Naja, in China bekommt man ja bekanntlich alles und so sind wir schnurstracks zum Kleidermarkt und haben uns da einfach halt einen Anzug für aufgepasst, 50 Euro(wär wahrscheinlich auch noch billiger gegangen, aber wir sind halt Nicht-Chinesen und so ist für uns alles ein wenig teurer) maßschneidern lassen. Außerdem ein Hemd für 9,50 Euro inkl. meiner Initialien. Jetzt fehlten nur noch die Schuhe, aber mit 4 Euro ließ sich auch dieses Problem lösen. Ich liebe diese Preise hier!!!

Mit dem Taxi ging dann zum besagten Hotel und am Eingang befand sich auch bereits eine ordentliche Schlange, die sich aber dadurch erklärte, dass jedem Gast durch ca. 10 Personen die Hand geschüttelt wurde und jeder also persönlich begrüßt wurde, so wie sich das gehört. Von den 4000 in Shanghai lebenden Deutschen waren gefühlt auch fast alle da, insbesondere sehr viele Studenten. Bei der Rede des Konsuls hat man eigentlich nur verstanden, dass das Buffet eröffnet ist, was ja auch eindeutig der wichtigste Teil ist:-) Sofort haben sich dann riesige Schlangen gebildet, sodass man nicht mehr sah, wo sich welcher Teil des Buffets befand und so hab ich Idiot mich gleich mal beim Salat-Buffet angestellt, wobei ich ja Salat sogerne mag.

Vom Kevin hab ich dann erfahren, dass unser Altkanzler, jetzt ja in Diensten von Gazprom, auch zu Gast sei und das durften wir uns natürlich nicht entgehen lassen. So bin ich mit ausstregter rechter Hand zur Begrüßung auf ihn zugegangen und das hat ihn gleich mal etwas verwirrt, weil er mit seiner rechten Hand sein Weinglas gehalten hat, das er dann flugs in seine linke Hands wechselte, sodass dem Handshake nichts mehr im Wege stand. Auf meine Frage, was er denn hier mache meinte er nur kurz "arbeiten", hm, scheinbar hatte er gerade keine allzu große Lust auf Small-Talk:-) Zum Photo haben wir uns dann ganz professionell aufgestellt und anschließend war der Kevin dran.

Das anschließende Essen war das bisher einzig europäische für mich hier in Shanghai und wirklich großartig, v.a. auch weils nie ausging. Es gab Kartoffelpüree, Sauerbraten, Kassler, Würstchen, Brezen(!)... und nicht zu vergessen die Nachspeisen Käsekuchen, Bayrisch Creme... alles was der deutsche Magen begehrt;-)

Hm, warum haben wir eigentlich nur einen Nationalfeiertag und warum gibts nur eine Feier pro Jahr. Man sollte wirklich den Antrag beim Konsulat stellen, solch eine Verantstaltung monatlich durchzuführen:-)

Freitag, 10. Oktober 2008

Sorry

dass ich diese Woche nicht dazu gekommen bin, den Beitrag zum Gerd zu schreiben und über den Sonntag mit dem Ausflug nach Hangzhou zu berichten. Wird aber ganz bestimmt nächste Woche nachgeholt. Nächste Woche erst, weil wir jetzt gleich nach Xi'an zur Terrakottaarmee fliegen und erst Montag Nacht wiederheimkommen. Dann gibts nächste Woche halt die Mega-Aktualisierung;-) Bis dann

Freitag, 3. Oktober 2008

Snooker mit Ronnie O'Sullivan

Und jetzt muss ich noch den ein oder anderen wenig neidisch machen:-) Ja, gestern war ich mim Henning beim Snooker. Es war ja so, dass der Henning am Sonntag zufällig eine Werbung für das Shanghai Masters gessehen hat. Sogleich haben wir recherchiert und auch herausgefunden, wos die Tickets zu kaufen gibt. Da sind wir dann am Dienstag hin und mangels eines Spielplans im Internet, zumindest hab ich keinen gefunden, haben wir einfach auf gut Glück mal für Donnerstag und Tisch 1(Spieltisch 1, nicht Restauranttisch 1;-) Tickets gekauft. Bis wir abends dann hingingen, wussten wir zumindest, dass der Ronnie auch am Abend spielt und haben uns eine 50% prozentige Chance ausgerechnet, dass er das auch an unserem Tisch 1 tut. Als wir dann das gigantische Shanghai Indoor Stadium betreten haben und auf unsere Plätze begeben haben, war der Jubel natürlich groß, weil ja, Ronnie hat an unserem Tisch gegen Joe Perry gespielt. Das Match war auf "Best of 9" angesetzt und nach der Vorstellung und dem Ausrufen der Akteure wurde die ganze Halle bis auf den Tischbereich abgedunkelt. Der Schiri hat uns dann alle zur Stille aufgerufen(ganz Gentleman like) und das Match begann.

Allerdings stands zu unserer anfänglichen Ernüchterung nach nur 1 Stunde schon 3:0 für O'Sullivan und dann war erstmal Pause. Zum Glück kam Perry aber besser aus den Katakomben und konnte fast noch zum 4:4 ausgleichen, aber letztendlich gings dann 5:3 aus und das Match war nach 2,5 Stunden zu Ende.

Zuletzt noch eine kleine Anmerkung, warum die Fotos so schlecht sind: Man durfte in der Halle nicht fotografieren und das wollten auch so kleine Chinesinnen durchzusetzen und das war echt amüsant. Die sind dann immer mit so 1*1 Meter großen Schildern rumgerannt, auf denen durchgestrichene Kameras waren und haben dir das so vor die Kamera gehalten, dass du nicht fotografieren konntest;-)

Japaner und M2 am 1.10

So, jetzt kommt mein Bericht vom Mittwoch aus unserer freien Woche. Ja, diese Woche war Golden Week, weil der 1.10 der chinesische Nationalfeiertag war und deswegen haben so ziemlich alle Chinesen und sogar wir Studenten die ganze Woche frei gehabt. Deswegen sind wir am Mittwoch gleich mal zum Japaner. Und zwar war es da so, dass wir zu 10 einen Tisch reserviert hatten und dann gleich den ganz großen Tisch im Masterzimmer bekommen haben, vor dessen Betreten man noch dazu die Schuhe ausziehen musste. Außerdem haben wir alle jeweils 110 kwài (Ausdruck in der gesprochenen Sprache für Yuan und ca. 11 Euro) bezahlt und dafür war das ganze Essen und Trinken umsonst. Das lief dann so ab, dass jeder auf der Karte rauf und runter bestellt hat, was er gerade wollte. Das Essen kam dann zu unserem Tisch und wie es in China bei größeren Gruppen so üblich ist, haben alle alles gegessen. Naja, ehrlich gesagt bis auf der Steffi ihren Salat, weil keiner Salat wollte:-) Natürlich gabs auch genügend Bier dazu und je später es wurde, desto höher wurde auch die Frequenz des Sake-Konsums. Sake ist ein japanischer Reiswein, der in der Regel heiß serviert wird und der auch ehrlich gesagt nur zumindest warm gut bzw. genießbar ist.
Es erklärt sich fast von selbst, dass der Alkoholpegel der Gruppe mit der Zeit wieder ziemlich hoch war, v.a. weil wir dort knapp 3 Stunden waren und so mussten wir anschließend natürlich noch ins M2(es war ja auch Mittwoch und Hip-Hop Time). Da sind wir halt dann noch ein wenig abgegangen bzw. nicht nur wir, sondern v.a. auch dieser super Einheizer(siehe Video) Naja, als es dann schon wieder später war, wollte einige noch unbedingt ins Bar Rouge. Problem dabei ist, dass dieser Laden direkt am Bund und mehr als sauteuer ist(da kann es schon mal passieren, dass man für 1 Liter O-Saft 20 Eur bezahlt;-). Aber trinken wollten wir ja eh nix mehr und dann sind wir mit dem Taxi dahingedüst, aber mehr als diesen brennenden Mülleimer zu bestaunen war nicht drin, weils schon 4 Uhr war und die Bar dementsprechend schon geschlossen hatte.

Spektakulär ist dies nur insofern, weil man in Shanghai eigentlich so gut wie keine Kriminalität bzw. keinen Vandalismus erlebt(nicht zu vergleichen mit zu Hause) Warum das gute Teil gebrannt hat, hab ich aber bis jetzt nicht herausgefunden.

Donnerstag, 2. Oktober 2008

Lustiger Ausflug am 24.09 ins M2 und an den Bund

Letzter Mittwoch war einfach überragend. Zuerst sind wir ins M2 und haben da wieder die OpenBar genossen, wobei es diesmal jedem freigestellt war, ein Band zu kaufen, für das man dann bestimmte Getränke umsonst bekommt oder eben nicht. Diesmal waren wir echt viele deutschen TUler, alles in allem würde ich sagen, bestimmt 10 oder so. Nachdem das M2 leider schon um knapp halb 5 zugemacht hat und wir noch gar nicht so recht in Heimgehlaune waren, sind wir dann noch in eine Bar, die allerdings nicht so der Brüller war. Die war irgendwie so im Vorhof vom Starbucks und so mit einem Steinboden, aber naja, die hat dann auch schon wieder nach so einer dreiviertel Stunde zugemacht, sodass wir auf die Straße bzw. die Treppe davor verbannt wurden. Das erste Highlight dort war dann der Senegalese, das 2. dieser Gehwegputzmann und dann kam dieser alte Herr mit der Zigarette im Zahnzwischenbereich

und dann: Also Chinesen transportieren ja grundsätzlich alles per Rad und Roller und v.a. auch stets riesige Mengen, aber das hatte ich noch nicht gesehen. Da fährt doch allen Ernstes um 6 Uhr früh eine Frau mit einer toten Sau auf dem Gepäckträger durch die Gegend. Das muss man sich so vorstellen, dass auf der einen Seite der Kopf und auf der anderen Seite die Beine heruntergehangen haben. Unglaublich! Dann haben wir uns gedacht, mei, was sollen wir um halb 7 schon heimgehen und uns kam die grandiose Idee zum Bund zu fahren und den Chinesen bei ihren Tai Chi Übungen zuzuschauen. Gesagt, getan und das war die Reise wirklich wert. Am Bund selbst waren zwar nicht so viel los, dafür aber umso mehr in der Haupteinkaufsstraße Shanghais, der Nanjingdonglu. Und zwar haben wir lauter Gruppen von so durchschnittlich 20 Chinesen angetroffen, die stets eine kleine Musikanlage mit Lautsprecher vor sich aufgestellt haben und danach dann ihre Übungen mit Schwertern, Seilen und was weiss ich alles gemacht haben. Es hat auch Gruppen gegeben, die getanzt haben...


Außerdem haben wir auch noch ein paar schlafende Menschen angetroffen, aber es war ja noch sehr früh und sicherlich noch keine Zeit zum Aufstehen(Fotos zum Ausflug findet ihr auch links in meinem Blog unter Fotos)