Mittwoch, 19. November 2008

Tennis Masters, Champagner

Hallo liebe Leute und zuerst einmal ein großes Sorry, dass dieser Eintrag so lange auf sich warten ließ. Aus aktuellem Anlass, d.h. wegen aktueller Geschehnisse, muss der angekündigte Artikel über sanitäre Anlagen... bis auf Weiteres verschoben werden.

Letzte Woche stieg in Shanghai der "Tennis Masters Cup" der 8 besten Tennisspieler dieses Jahres. (also nach den Grand Slams das 5. wichtigste Turnier) Für Donnerstag hatte ich schon vor langem Studentenkarten für unschlagbare 6 Euro gekauft. Ohja, zuerst noch das: Letzten Montag war der "Haniel Day", bei dem an der Tongji Universität der Haniel-Lehrstuhl eingeweiht wurde. Das Highlight war dabei aber eindeutig das deutsche Essen, weils sogar Wiener Schnitzel, Brezen, Zwiebelrostbraten... gab. Das musste jetzt sein, aber jetzt wieder zurück zum Thema: Durch ein paar Zufälle sind der Thomas W. und ich letztendlich auch noch an Studentenkarten für das Masters am Montag gekommen und so gings raus zum Qi Zhong Stadium vor den Toren Shanghais.

Die Sachlage war jetzt so, dass wir 7 Tickets für Thomas, Vanessa (englischer Name einer Chinesin) und mich hatten, also noch 4 zu viel. Wir dachten uns, hey, die könnten wir doch verkaufen und das macht man ja in der Regel vorm Stadion. Nach bis jetzt weniger guten Erfahrungen mit den chinesischen "Kartenhaien" vorm Stadion wollten wir die Karten erst mal Europäern verkaufen, die unsere Tickets aber nicht wollten. Also begaben wir uns fatalerweise ins Haifischbecken vorm Stadion und nachdem Vanessa ihre Tickets potentiellen Käufern gezeigt hatte, gings rund. Wie ein Wolfsrudel kamen plötzlich 20-25 Chinesen auf uns 3 zugestürmt und es wurde geschupst und gezogen und an den Tickets gezerrt. Natürlich haben wir sofort total den Überblick verloren und jeder von uns 3 war mit anderen Chinesen im Clinch. Letztlich hat es dann dazu geführt, dass Thomas gerade so noch 3 Tickets retten konnte, die er sich allerdings zuerst gegen 4 Chinesen, die auch ihrerseits darum zankten, zurückerobern musste. Die anderen 4 Tickets waren weg und keiner von uns wusste natürlich, wer sie hatte! Irgendeiner hat dann Vanessa 2 andere(!) Tickets zurückgegeben! So, zum Glück kamen wir mit den 3 Tickets noch ins Stadium rein! Mit den anderen beiden durften wir die elektronische Sicherheitskontrolle nicht passieren (In jedem Ticket ist ein kleiner RFID-Chip eingebaut, mit dem man nachvollziehen kann, ob die Karte orginal ist). Wir glaubten natürlich, es handle sich um Kopien bzw. gefälschte Tickets, aber: (und das hab ich dann auch erst ein paar Tage später erfahren) Es waren orginale Tickets, aber für den Donnerstag, d.h. Vanessa konnte 3 Tage später nochmal hingehen! Unglaublich, wo jetzt die Logik liegt, dass man Montag Tickets klaut und Donnerstag Tickets zurückgibt, hm, ich versteh so manches nicht im Land der Mitte;-)

Endlich angekommen im wirklich beeindruckenden und futuristischen Stadion (das Dach ist so ausfahrbar, dass das Stadion von oben wie eine Blüte aussieht, wobei, das Dach war natürlich zu;-) erlebten wir auch gleich die erste Überraschung, weil Roger Federer nach gutem Beginn doch noch nach 3 Sätzen verlor. Ansehen konnten wir uns das von ziemlich guten Plätzen, weil das Stadion längst nicht ausverkauft war und so konnten wir ein paar Reihen weiter unten die Sache betrachten;-) Im 2. Match verlor dann Andy (Roddick) gegen Andy (Murray) und der Weg zurück nach Shanghai war dann doch etwas ungemütlicher, weil wir uns für die 10-mal kürzere Bus-Stehschlange entschieden, aber da Shanghai groß ist, dauerte es schon an die 50 min. bis wir wieder am südlichen Ende angekommen waren.

Jeden Mittwoch gibt es in der Lounge 18 ein besonderes Event. Die Lounge 18 liegt direkt am Bund in einer ziemlich noblen Nachbarschaft und natürlich mit bester Aussicht und ist eine von ein paar Bars, in der zu 90 % Westler ein- und ausgehen. Für knapp 200 RMB bekommt man jetzt mittwochs zur After-Work-Party 3 Stunden lang europäisches Buffet inkl. Aufschnitt und alle erdenklichen Getränke, d.h. inkl. Champagner(!), Wein und was es halt sonst noch so alles gibt. Diese 3 Stunden Dekadenz haben wir uns jetzt letzten Mittwoch zum Abschied der Steffi gegönnt. Überragend war außerdem, dass wir den Marketing-Chef des Hauses kennengelernt haben, der an uns dann gleich noch Einladungen für Freitag verteilt hat, weil die Lounge 18 da ihren ersten Geburtstag feierte und naja, d.h. dann gleich 2 Stunden Champagner für lau!!

Donnerstags gings dann wieder zum Tennis Masters, aber aufgrund der Nichtattraktivität der Spiele (in der 1. Party ging es um nichts und die 2. Party war zu einseitig) und der ziemlich gemütlichen Stühle im Stadion war es eher ein Geratsche mit ein bißchen Tennis nebenbei. Naja, anstatt dem Fernseher hatten wir halt die Live-Atmosphäre im Hintergrund, man gönnt sich ja sonst nichts;-) Kartenprobleme o.ä. blieben diesmal übrigens aus, auch mal ein ganz neues Gefühl bei einer Großveranstaltung;-)

Hm, Samstag gingen der Hans und ich mit 2 Chinesinnen zum Peking-Ente essen. Ist halt echt cool, sowas mit Chinesen zu machen, weil die wissen halt ehrlich gesagt, wie man so etwas isst und können dir das dann auch gleich zeigen;-) Jedenfalls saßen wir so im Restaurant und hatten die Ente bestellt und dann kam praktisch der Sezierer, der die schon gebratene Ente vor unseren Augen auf einem kleinen Tisch mit seinem extrem scharfen Messer erst einmal gehäutet hat. Die ganze Haut kam dann auf einen Teller und gute Fleischstücke ohne Knochen auf einen anderen. Die ganzen Knochen und der ganze Rest und somit meinem Empfinden nach 70 % der Ente wurden dann aber entsorgt und nicht serviert. Hm, fast Verschwendung, aber ich kenn mich ja da nicht so aus, also die werdens schon wissen. Auch der Verzehr der Ente war neu für mich: Man nahm eine Art kleinen Pfannkuchen in die linke Hand und in ihn wurde dann etwas Gemüse und eben in Soßen eingetauchte Entenstückchen eingewickelt und dann so gegessen. Man lernt halt nie aus:-)

Das wars jetzt erst mal fürs Erste, Fortsetzung folgt bald.

5 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Servus Martin,
Also nein, Champagner und Sekt in China. Das Nationalgetränk ist Jasmintee!!
Mama

Anonym hat gesagt…

Hey
ts d mama wieder
machs guad
armin dei großer Bruder (Größe)

Anonym hat gesagt…

hey,
des find ich jetz aber net gut, dass du die föngeschichte verschoben hast...
:-)

jasmintee? und was ist dann sake?

LG

Martin Linhart hat gesagt…

Also, Jasmintee ist so ähnlich bzw. eine Grundlage des grünen Tees. Was in ganz China das Nationalgetränk ist weiss ich nicht, aber China ist ja groß!

Jedenfalls ist hier in Shanghai der grüne, v.a. der grüne Drachentee aus Hangzhou, das verbreitetste Getränk, das man meist im Restaurant als Gedeck bekommt.

Sake ist japanischer Reiswein, der als Kurzer und am besten heiss bis warm v.a. beim Japaner getrunken wird. (-> kalt ist er furchtbar!)
Martin

Anonym hat gesagt…

...also hab ich die Ente bisher immer falsch gegessen ;)